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Geld­an­la­ge mit ETFs und Akti­en: Inves­tie­ren und gut schlafen

Geld­an­la­ge ist für vie­le ein sen­si­bles The­ma. Lan­ge Zeit galt das Spar­buch oder der Bau­spa­rer als siche­rer Hafen. Doch die letz­ten Jah­re haben gezeigt, dass Geld­an­la­ge heu­te wich­ti­ger ist denn je. Wer aus­schließ­lich auf das Spar­buch ver­traut, wird an Kauf­kraft ver­lie­ren, weil die Spar­zin­sen grund­sätz­lich nied­ri­ger als die Infla­ti­on sind. Außer­dem wird die staat­li­che Pen­si­on für vie­le nicht aus­rei­chen, den gewünsch­ten Lebens­stil zu erhal­ten. Gleich­zei­tig schre­cken vie­le Men­schen vor dem Ein­stieg zurück, weil Finanz­märk­te als kom­pli­ziert und risi­ko­reich wahr­ge­nom­men werden.

Die­ser Bei­trag beschreibt mei­ne Erfah­run­gen mit dem Inves­tie­ren und der Geld­an­la­ge und wie sich eine ein­fa­che, gut durch­dach­te Struk­tur fin­den lässt, mit der man auch in tur­bu­len­ten Bör­sen­zei­ten ruhig schla­fen kann.

Hin­weis: Sämt­li­che Inhal­te auf die­ser Web­site und in die­sem Bei­trag sind kei­ne Anla­ge­be­ra­tung und kei­ne Emp­feh­lung zum Kauf bestimm­ter Wert­pa­pie­re. Es han­delt sich aus­schließ­lich um per­sön­li­che Erfah­run­gen und Über­le­gun­gen. Jede Geld­an­la­ge ist mit Risi­ken ver­bun­den. Wert­pa­pie­re kön­nen im Wert schwan­ken, Ver­lus­te sind möglich.

Geld­an­la­ge muss nicht kom­pli­ziert sein

Aus eige­ner Erfah­rung hat sich gezeigt, dass Geld­an­la­ge nicht zwangs­läu­fig schwie­rig sein muss und es sich lohnt, das The­ma Inves­tie­ren aktiv anzu­ge­hen. Mit einer kla­ren Stra­te­gie, etwas Geduld und den rich­ti­gen Bau­stei­nen kann ein sta­bi­les Fun­da­ment für die Zukunft geschaf­fen werden.

Geld­an­la­ge ist ein The­ma, bei dem es unend­lich vie­le Mei­nun­gen gibt. Jeder kennt die bes­te Stra­te­gie, den rich­ti­gen Zeit­punkt, den nächs­ten gro­ßen Trend oder das per­fek­te Anla­ge­pro­dukt. Genau das macht den Ein­stieg oft so schwierig.

Natür­lich weiß auch ich nicht, wie man per­fekt inves­tiert oder die bes­te Aktie fin­det. Die­ser Bei­trag ist daher auch kei­ne Anla­ge­be­ra­tung und auch kei­ne Emp­feh­lung für bestimm­te Wert­pa­pie­re. Es ist mei­ne per­sön­li­che Erfah­rung, mit der ich mitt­ler­wei­le ganz gut fah­re und auch die letz­ten Bör­sen­stür­me recht gut über­stan­den habe.

Ich habe in den letz­ten Jah­ren vie­le ver­schie­de­ne Anla­ge­pro­duk­te wie Akti­en, Anlei­hen, ETFs, sogar Futures und anfäng­lich auch eini­ge klas­si­sche Bank­pro­duk­te aus­pro­biert. Bör­sen­brie­fe, Finanz­zei­tun­gen, Emp­feh­lun­gen und Online-Medi­en haben Ideen für mei­ne Inves­ti­tio­nen gelie­fert. Dabei habe ich nicht nur Gewin­ne gemacht, son­dern auch Feh­ler. Man­che davon waren teu­er, vie­le davon aber sehr lehrreich.

Mein heu­ti­ger Ansatz ist deut­lich ein­fa­cher als frü­her. Weni­ger Kau­fen und Ver­kau­fen, weni­ger Ein­zel­wet­ten, weni­ger “hei­ße” Tipps. Dafür mehr brei­te Streu­ung, mehr Geduld und mehr Dis­zi­plin beim Ein­stieg. Aber vor allem die Erkennt­nis, Rück­set­zer nicht als Kata­stro­phe zu sehen, son­dern als Chan­ce für Ein­stie­ge und Nachkäufe.

Ent­schei­dend ist nicht, stän­dig das bes­te Pro­dukt zu fin­den. Ent­schei­dend ist eine Geld­an­la­ge, die man ver­steht, die zum eige­nen Leben passt und mit der man auch dann ruhig bleibt, wenn die Bör­se ein­mal kräf­tig durch­ge­schüt­telt wird.


Bro­ker und Depot: Die tech­ni­schen Grundlagen

Der prak­ti­sche Ein­stieg beginnt mit Orga­ni­sa­to­ri­schem: Wo und wie kann ich ein­fach, güns­tig und sicher inves­tie­ren? Aus mei­ner Sicht beginnt Geld­an­la­ge daher mit drei ein­fa­chen Schritten.

Schritt 1: Haus­bank mit Online-Bro­ker vergleichen

Vie­le star­ten bei der eige­nen Haus­bank. Das ist ver­ständ­lich, weil dort bereits Kon­to und Ansprech­part­ner vor­han­den sind. Der Nach­teil: Klas­si­sche Bank­de­pots sind oft teu­rer. Depot­ge­büh­ren, Divi­den­den­ge­büh­ren, Order­ge­büh­ren, Aus­ga­be­auf­schlä­ge oder höhe­re lau­fen­de Kos­ten kön­nen lang­fris­tig viel Ren­di­te kos­ten. Klei­ne Divi­den­den­er­trä­ge bei vier­tel­jähr­li­cher Aus­schüt­tung kön­nen so durch Bank­ge­büh­ren auf­ge­fres­sen wer­den und es bleibt mehr bei der Bank als auf dem eige­nen Konto.

Nach­fol­gend fin­dest du eine Auf­lis­tung wich­ti­ger Kri­te­ri­en für Aus­wahl dei­nes Wert­pa­pier­de­pots bei einem (online) Bro­ker oder dei­ner Bank. Ich habe hier bewusst schon vie­le Begrif­fe und Know-how rein­ge­packt bzw. Fra­gen vor­weg­ge­nom­men, die dir ohne­hin spä­ter unter­kom­men wer­den. Mit fol­gen­den Über­le­gun­gen hast du aber schon ein gutes Rüst­zeug für dei­nen Börsenstart: 

  • steu­er­ein­fa­ches Depot
    Eine Öster­rei­chi­sche Bank oder ein Bro­ker mit Sitz in in Öster­reich muss steu­er­ein­fa­che Wert­pa­pier­de­pots anbie­ten. Das bedeu­tet, dass die Abrech­nung und Wei­ter­lei­tung der Kapi­tal­ertrag­steu­er (KESt) an das Finanz­amt voll­au­to­ma­tisch durch die Bank bzw. durch den Bro­ker erfolgt. Das ist der Stan­dard in Öster­reich und wohl die bes­te Lösung für einen Groß­teil aller Anle­ger in Öster­reich. Dei­ne Kapi­tal­erträ­ge sind somit end­ver­steu­ert und du brauchst dich um nichts mehr zu küm­mern. Man­che aus­län­di­sche Online- bzw. Neo­bro­ker bie­ten mitt­ler­wei­le auch steu­er­ein­fa­che Wert­pa­pier­de­pots für Öster­reich an (Ach­tung: man­che geben an, steu­er­ein­fach zu sein – ist dann aber nur für Deutsch­land zutref­fend). Wür­de man einen Bro­ker z.B. aus Deutsch­land oder einem ande­ren Land neh­men, der kein steu­er­ein­fa­ches Depot anbie­tet, so müss­te man die Berech­nung und das Abfüh­ren der Steu­ern an das Finanz­amt selbst erle­di­gen. Und das kann teu­er (Steu­er­be­ra­ter) und auf­wen­dig werden.
  • Ein­la­gen­si­che­rung für das Gut­ha­ben auf dem Ver­rech­nungs­kon­to.
    In der Euro­päi­schen Uni­on sind Bank­gut­ha­ben (wie Giro­kon­to, Tages­geld und Fest­geld) durch ein­heit­li­che gesetz­li­che Ein­la­gen­si­che­rungs­sys­te­me bis zu 100.000,- EUR gesetz­lich geschützt. Man­che Online­bro­ker sind Mar­ken grö­ße­rer Ban­ken­grup­pen (wie z.B. Easy­bank, DADAT oder fla­tex) und unter­lie­gen somit eben­so dem Gesetzt der Ein­la­gen­si­che­rung und Anle­ger­ent­schä­di­gung. Aber nicht alle Neo- bzw. Online­bro­ker unter­lie­gen die­ser Ver­pflich­tung. Da ist dann Vor­sicht gebo­ten, ins­be­son­de­re, wenn man grö­ße­re Geld­be­trä­ge auf dem Ver­rech­nungs­kon­to lie­gen hat.
  • Depot­ge­büh­ren
    Die­se wer­den pro­zen­tu­al von dei­nem Depot­ver­mö­gen, also vom Gegen­wert allen Akti­en, ETFs, Anlei­hen und sons­ti­gen Finanz­pro­duk­ten, die du ange­legt hast, ver­rech­net. Je bes­ser sich dein Depot ent­wi­ckelt und somit dein Ver­mö­gen steigt, des­to höher wird die­se Gebühr. Immer mehr steu­er­ein­fa­che Bro­ker in Öster­reich ver­zich­ten auf die­se Gebüh­ren. Tra­di­tio­nel­le Haus­ban­ken haben teil­wei­se sehr hohe Depot­ge­büh­ren. Bes­ten­falls wählst du einen steu­er­ein­fa­chen Anbie­ter, der kei­ne Depot­ge­büh­ren ver­langt oder du ver­suchst auf dem Ver­hand­lungs­weg bei dei­ner Haus­bank die Kos­ten zu reduzieren.
  • Divi­den­den­ge­büh­ren
    Vie­le Wert­pa­pie­re schüt­ten ein- oder mehr­fach im Jahr Divi­den­den (Erträ­ge aus Gewinn­aus­schüt­tun­gen) aus. Divi­den­den-ETFs kön­nen zum Bei­spiel je nach Anla­ge­wert klei­ne oder grö­ße­re Zusatz­ein­kom­men lie­fern. Für die­se Divi­den­den­er­trä­ge muss Kapi­tal­ertrag­steu­er (KESt) bezahlt wer­den. In einem öster­rei­chi­schen bzw. in einem steu­er­ein­fa­chen Depot erle­digt die Abrech­nung und Wei­ter­lei­tung an das Finanz­amt voll­au­to­ma­tisch die Bank bzw. der Bro­ker. Lei­der wer­den dafür sehr oft noch zusätz­lich Gebüh­ren ver­rech­net. Bei klei­ne­ren Aus­schüt­tun­gen kommt dann manch­mal nicht mehr viel am eige­nen Kon­to an. Daher mög­lichst auf gebüh­ren­freie Divi­den­den­aus­schüt­tun­gen achten.
  • Order­ge­büh­ren (Kauf- und Ver­kaufs­kos­ten)
    Jede Wert­pa­pier­trans­ak­ti­on kos­tet Geld. Auch hier gibt es mitt­ler­wei­le sehr kos­ten­güns­ti­ge Ange­bo­te. Je mehr du vor­hast zu han­deln, des­to wich­ti­ger wird die­ser Kostenfaktor.
  • ETF-Spar­plä­ne
    Wenn du z.B. monat­lich einen Teil dei­ner frei ver­füg­ba­ren Geld­mit­tel anle­gen möch­test, ist die­se Anla­ge­form sehr zu emp­feh­len, da du durch den soge­nann­ten “cost avera­ge effekt” einen Kos­ten­vor­teil beim Ein­kauf nützt. Aber über­prü­fe die Gebüh­ren, die für die­se Spar­plä­ne anfal­len. Hier gibt es bei fast allen Anbie­tern mitt­ler­wei­le fai­re Ange­bo­te. Du kannst aber auch indi­vi­du­ell lau­fend dei­ne ETF-Posi­tio­nen auf­bau­en, indem du Rück­set­zer nützt. Dazu spä­ter mehr.
  • ein­fa­che Bedie­nung
    Die Han­dels­platt­for­men wer­den immer bes­ser und über­sicht­li­cher und wer­den ver­mut­lich nicht das aus­schlag­ge­ben­de Ent­schei­dungs­kri­te­ri­um sein. Wenn du aber gar nicht mit der Bedie­nung zurecht­kommst oder viel­leicht auch der Ser­vice nicht dei­nen Erwar­tun­gen ent­spricht, soll­test du nicht lan­ge zögern und mög­lichst noch vor grö­ße­ren Invest­ments einen Wech­sel durchführen.

Hin­weis: Bei einem Bro­ker­wech­sel gibt es meist Neu­kun­den­an­ge­bo­te zur Über­nah­me der Kos­ten für den Depot­über­trag. Ich habe dabei die Erfah­rung gemacht, dass dies grund­sätz­lich funk­tio­niert, aber manch­mal Wäh­run­gen und Bör­sen­plät­ze nicht mehr dem Ori­gi­nal­kauf ent­spre­chen. Man ver­liert dabei kein Geld, aber man muss ggf. eine ande­re Dar­stel­lung akzep­tie­ren. Daher ist eine nach­hal­ti­ge Aus­wahl von Vorteil.

Ich habe Erfah­rung mit meh­re­ren Bro­kern bzw. Ban­ken sam­meln kön­nen. Mitt­ler­wei­le gibt es eine grö­ße­re Aus­wahl an Bro­kern, die ein steu­er­ein­fa­ches Depots anbie­ten. Ver­gleichs­platt­for­men bie­ten oft einen schnel­len Über­blick und Ver­gleich der ein­zel­nen Anbie­ter. Gute Erfah­rung habe ich mit Easy­bank, DADAT und Fla­tex gemacht. Auch bei mei­ner Haus­bank habe ich ein Wert­pa­pier-Depot, das Qua­li­ta­tiv und in Ser­vice­be­lan­ge kei­nes­falls den Online­va­ri­an­ten nach­steht, aber eben teu­rer ist.

Schritt 2: Wert­pa­pier­de­pot eröffnen

Wenn man sich für einen Anbie­ter ent­schie­den hat, kann man bei den meis­ten Anbie­tern sofort online ein Wert­pa­pier­de­pot eröff­nen. Zum Abschluss der Regis­trie­rung fin­det eine Video-Legi­ti­ma­ti­on statt. Dabei benö­tigt man einen Pass oder Per­so­nal­aus­weis, eine Kon­to­num­mer des Refe­renz­kon­tos für Ein­zah­lun­gen und Aus­zah­lun­gen (i.d.R ist das dein Giro­kon­to), ein Smart­phone und einen Lap­top oder einen Desk­top-Com­pu­ter. Die abschlie­ßen­de Video-Legi­ti­ma­ti­on wird meis­tens von exter­nen Dienst­leis­tern abge­wi­ckelt und klappt i.d.R ganz gut.

Beim ers­ten Ein­stieg soll­te man zuerst noch alle per­sön­li­chen Infor­ma­tio­nen über­prü­fen bzw. ergän­zen. Eben­so sind die Anbie­ter mitt­ler­wei­le dazu ver­pflich­tet, dei­nen Wis­sens­stand über die Finanz­pro­duk­te abzu­fra­gen bzw. zu bestätigen.

Nun kann man damit begin­nen, sich zuerst mit der Han­dels­platt­form ver­traut zu machen und zuerst einen klei­nen Pro­be­be­trag von sei­nem Refe­renz­kon­to an das Wert­pa­pier-Ver­rech­nungs­kon­to über­weist. Klappt alles, kann man den Gesamt­be­trag, den man inves­tie­ren möch­te, überweisen.

Schritt 3: Mus­ter­de­pot mit geplan­ten Posi­tio­nen anlegen

Nun bist du start­klar, um mit der Geld­an­la­ge und dem Ver­mö­gens­auf­bau zu begin­nen. Mei­ne Anla­ge­er­fah­run­gen, wel­che Invest­ment-Stra­te­gien ich für mich ent­deckt habe und mit wel­chen Wert­pa­pie­ren ich ganz gut gefah­ren bin, tei­le ich ger­ne spä­ter noch in die­sem Beitrag. 

Wenn du dir dann dei­ne dei­ne eige­nen Über­le­gun­gen gemacht hast, ist es sinn­voll – ins­be­son­de­re als Ein­stei­ger – die zum Kauf geplan­ten Wert­pa­pie­re in einem Mus­ter­de­pot anzu­le­gen. Wenn man alles noch­mals in Ruhe über­prüft hat, kann man direkt vom Mus­ter­de­pot aus kau­fen. Die Mög­lich­keit, ein Mus­ter­de­pot anzu­le­gen, fin­dest du auf der Han­dels­platt­form bei dei­nem Broker. 


Bevor es rich­tig los­geht: Wich­ti­ge Fra­gen und Börsenregeln

Bevor inves­tiert wird, soll­ten eini­ge grund­le­gen­de Fra­gen geklärt sein. Dabei geht es weni­ger um kom­pli­zier­te Berech­nun­gen als um kla­re Ent­schei­dun­gen, rea­lis­ti­sche Erwar­tun­gen und bewähr­te Regeln. Die fol­gen­den Fra­gen und Ant­wor­ten sol­len Ori­en­tie­rung geben und hel­fen, typi­sche Feh­ler von Anfang an zu vermeiden:

  • Mit wel­chen Wertpapieren/Aktien begin­ne ich?
  • Wie viel Geld soll ich investieren?
  • Wann ist der rich­ti­ge Zeitpunkt?
  • Aus­schüt­ter oder Thesaurierer?
  • Auf wel­che Steu­ern muss ich achten?
  • Auf wel­che Bör­sen­re­geln muss ich achten?
  • Soll ich auch Gold oder Sil­ber kaufen?
  • Ist Bit­co­in eine Inves­ti­ti­on und wie kann man die­sen kaufen?
  • Soll ich mein Geld nicht so anle­gen, dass ich monat­lich etwas verdiene?
  • Was muss ich lau­fend überprüfen?
  • Wie muss ich han­deln, wenn die Bör­se ein­bricht oder ein Crash erfolgt?
  • Wäre es nicht sinn­voll, zuerst eine eige­ne Immo­bi­lie zu besit­zen, bevor ich in Akti­en investieren?

Man­che die­ser Fra­gen las­sen sich ganz gut beant­wor­ten, bei ande­ren wie­der­um kann man ver­su­chen, die eine oder ande­re Ant­wort in einer Bör­sen­re­gel zu fin­den. Wenn man will, kann man auch direkt zum nächs­ten Kapi­tel sprin­gen, dort direkt mit der Aus­wahl von ETFs begin­nen und erst beim auf­tau­chen einer kon­kre­ter Fra­gen hier wei­ter­le­sen. Aber der Rei­he nach:

Wie fin­de ich die rich­ti­gen Wert­pa­pie­ren bzw. Akti­en für den Vermögensaufbau? 

„Man muss wis­sen, was man besitzt – und war­um man es besitzt.“

Peter Lynch

Die­se Fra­ge wird sich wohl nicht erschöp­fend beant­wor­ten las­sen und beschäf­tigt jeden Anle­ger. Aber irgend­wie muss man anfan­gen. Für den Ein­stieg eig­net sich grund­sätz­lich ein breit gestreu­ter Akti­en-ETF, der in Unter­neh­men aus unter­schied­li­chen Län­dern und Bran­chen inves­tiert. Bei­spie­le dafür sind ETFs auf den MSCI World oder den FTSE All-World.

Ein sol­cher ETF kann bereits meh­re­re hun­dert oder sogar meh­re­re tau­send Unter­neh­men ent­hal­ten. Damit wird das Risi­ko wesent­lich brei­ter ver­teilt als beim Kauf ein­zel­ner Aktien.

Für vie­le Anle­ger kann daher ein ein­zi­ger, welt­weit inves­tie­ren­der ETF als Basis­in­vest­ment aus­rei­chen. Ein­zel­ak­ti­en, The­men-ETFs oder ande­re Anla­ge­for­men kön­nen spä­ter ergänzt wer­den, sobald aus­rei­chend Erfah­rung vor­han­den oder sich eine gute Gele­gen­heit ergibt. Aber für die­se ergän­zen­den Inves­ti­tio­nen soll­te man zuerst eine Anla­ge­stra­te­gie bzw. ein Gesamt­kon­zept sei­ner Ver­mö­gens­an­la­ge haben, damit man sich nicht ver­läuft. Mehr dazu später.

“Nicht nach der bes­ten Ein­zel­ak­tie suchen, son­dern mög­lichst breit in die welt­wei­te Wirt­schaft investieren.”

Gerd Kom­mer

Wann und wie viel soll ich Investieren?

Inves­tiert wer­den soll­te nur jener Betrag, der lang­fris­tig nicht benö­tigt wird. Vor­her ist eine aus­rei­chend hohe finan­zi­el­le Reser­ve für uner­war­te­te Aus­ga­ben vor­zu­se­hen. Der Lebens­un­ter­halt und der gewohn­te Lebens­stan­dard muss sicher­ge­stellt sein.

Der Ein­stieg ist auch mit klei­ne­ren Beträ­gen mög­lich. Ein monat­li­cher Spar­plan kann bei­spiels­wei­se mit 50 oder 100 Euro begon­nen und spä­ter erhöht wer­den. Ent­schei­dend ist weni­ger die anfäng­li­che Höhe als die Regelmäßigkeit.

Bei einem grö­ße­ren ver­füg­ba­ren Betrag stellt sich häu­fig die Fra­ge, ob alles sofort inves­tiert oder noch auf güns­ti­ge­re Kur­se gewar­tet wer­den soll. Auf der einen Sei­te ver­liert man Ren­di­te, wenn man nicht inves­tiert ist und der Markt steigt, ande­rer­seits kann der Markt auch genau dann fal­len, wenn man gera­de inves­tiert hat. Das weiß kei­ner und kann auch kei­ner wissen!

Wenn man einen bestimm­ten Betrag im Akti­en­markt inves­tie­ren will und wenn man sich sehr unsi­cher fühlt was zu tun ist, ist eine Regel die immer funk­tio­niert: mach ein­fach die Hälfte.

Andre­as Beck

Ich habe mich immer Wohl gefühlt, wenn ich klei­ne­ren Tran­chen inves­tiert habe. Ein Teil bleibt vor­erst ver­füg­bar und kann spä­ter inves­tiert wer­den, wenn der Markt einen Rück­set­zer gemacht hat. Die­se Vor­ge­hens­wei­se ver­hin­dert, dass aus Unsi­cher­heit über­haupt nicht begon­nen wird, ohne gleich­zei­tig das gesam­te Kapi­tal auf ein­mal ein­set­zen zu müssen.

Inves­tie­re eher dann, wenn es sich nicht gut anfühlt.

Andre­as Beck

Dr. Andre­as Beck hat die­se prag­ma­ti­schen Ansät­ze in Inter­views ent­spre­chend for­mu­liert. Port­fo­lio­ma­na­ger hal­ten nor­ma­ler­wei­se immer einen gewis­sen Cash-Bestand ins­be­son­de­re für Nach­käu­fe bei Bör­sen­rück­set­zer. Und vie­le Pri­vat­an­le­ger haben bei Bör­sen­rück­set­zer ein schlech­tes Gefühl und wol­len am liebs­ten alles verkaufen.

Sei­en Sie gie­rig, wenn ande­re ängst­lich sind, und ängst­lich, wenn ande­re gie­rig sind.

War­ren Buffett

Inves­tie­re dann, wenn die Märk­te ein­ge­bro­chen sind, wenn alle raus wol­len. Denn der Markt ist bei Betrach­tung der His­to­rie immer wie­der – und meist viel stär­ker – zurück­ge­kom­men. Mei­ne ers­ten und größ­ten Feh­ler, die ich an der Bör­se gemacht habe, betrifft genau die­se Erkennt­nis. Aber mitt­ler­wei­le habe ich gelernt und begrif­fen, in Bären­zei­ten nachzukaufen.

Soll man aus­schüt­ten­de oder the­sau­ri­e­ren­de Invest­ment­fonds kaufen?

Ein aus­schüt­ten­der ETF über­weist die Erträ­ge regel­mä­ßig auf das Ver­rech­nungs­kon­to. Ein the­sau­ri­e­ren­der ETF legt sie inner­halb des Fonds auto­ma­tisch wie­der an.

Für den lang­fris­ti­gen Ver­mö­gens­auf­bau wird ein The­sau­rie­rer meist als die ein­fa­che­re Lösung vor­ge­schla­gen, weil die Erträ­ge ohne wei­te­res Zutun wie­der inves­tiert wer­den und somit der Zin­ses­zins­ef­fekt auto­ma­tisch wirkt. Wer dage­gen regel­mä­ßig Geld aus dem Depot erhal­ten möch­te, kann einen Aus­schüt­ter wäh­len und selbst ent­schei­den, ob er das Geld wie­der anle­gen möch­te oder ander­wei­tig benötigt.

Hin­weis: Bei the­sau­ri­e­ren­den ETFs oder Invest­ment­fonds wer­den Zin­sen oder Divi­den­den nicht an dich aus­ge­schüt­tet, son­dern wie­der reinves­tiert. In Öster­reich wer­den die­se soge­nann­ten “aus­schüt­tungs­glei­chen Erträ­ge” sofort mit 27,5 % KESt. besteu­ert und dein Ver­rech­nungs­kon­to wird damit belas­tet, obwohl du nichts ver­kauft hast oder eine Aus­schüt­tung bekom­men hast. 

Die Ent­schei­dung ver­än­dert nicht die grund­sätz­li­che Qua­li­tät des zugrun­de lie­gen­den ETFs. Aus­schüt­tung und The­sau­ri­e­rung bestim­men vor allem, was mit den lau­fen­den Erträ­gen geschieht. Zahl­rei­che ETFs wer­den des­halb in bei­den Vari­an­ten angeboten.

Auf wel­che Steu­ern muss ich achten?

Wie bereits oben dar­ge­stellt, wird die Abwick­lung der Steu­er­schuld über das steu­er­ein­fa­che Wert­pa­pier­de­pot auto­ma­tisch erle­digt. Das sind i.d.R 27,5 % Kapi­tal­ertrag­steu­er auf rea­li­sier­te Gewin­ne aus Akti­en­ver­käu­fen, Divi­den­den­er­trä­ge, Fond­aus­schüt­tun­gen und Zin­sen aus Anleihen.

Divi­den­den­aus­zah­lun­gen von aus­län­di­schen Wert­pa­pie­ren kön­nen zusätz­lich mit einer Quel­len­steu­er belas­tet wer­den. Öster­reich hat prak­tisch mit bei­na­he allen in Fra­ge kom­men­den Staa­ten ein Dop­pel­be­steue­rungs­ab­kom­men abge­schlos­sen, wonach maxi­mal 15 % von der Brut­to­di­vi­den­de als Quel­len­steu­er ein­be­hal­ten wer­den darf. Öster­reich rech­net die­se 15 % bei der Berech­nung der Kapi­tal­ertrag­steu­er auto­ma­tisch an und hebt daher nur noch 12,5 % zusätz­lich ein. In der Pra­xis zeigt sich aber, dass man­che Län­der trotz­dem mehr als 15 % Quel­len­steu­er ver­rech­nen. In die­sem Fall müss­te der Anle­ger den über die 15 % gehen­de Quel­len­steu­er direkt im Aus­land zurück­for­dern. Ob sich die­ser Auf­wand lohnt, ist von der Höhe der Divi­den­de abhän­gig. Wei­ter Infor­ma­ti­on für Öster­reich fin­dest du z.B. auf der ent­spre­chen­den Web­sei­te des Finanz­mi­nis­te­ri­ums.

Ver­lus­te aus Wert­pa­pier­ver­käu­fen kön­nen inner­halb bestimm­ter Gren­zen mit ande­ren Kapi­tal­erträ­gen des­sel­ben Kalen­der­jah­res ver­rech­net wer­den. Inner­halb eines öster­rei­chi­schen Depots erfolgt die­ser Ver­lust­aus­gleich meist auto­ma­tisch; ein Aus­gleich zwi­schen ver­schie­de­nen Depots bzw. Ban­ken ist grund­sätz­lich nur über die Steu­er­erklä­rung möglich.

Auf wel­che Bör­sen­re­geln muss ich achten?

Einer Stra­ßen­bahn und einer Aktie darf man nie nach­lau­fen. Nur Geduld: Die nächs­te kommt mit Sicherheit.

André Kos­to­la­ny

Für eine lang­fris­ti­ge Geld­an­la­ge sind nur eini­ge weni­ge Grund­re­geln erforderlich:

  • nur lang­fris­tig ver­füg­ba­res Geld investieren,
  • aus­rei­chend breit streuen,
  • Kos­ten nied­rig halten,
  • nur ver­ständ­li­che Pro­duk­te kaufen,
  • nicht jedem Anla­ge­tipp folgen,
  • stei­gen­den Kur­sen nicht unüber­legt nachlaufen,
  • bei fal­len­den Kur­sen nicht über­stürzt verkaufen,
  • die fest­ge­leg­te Stra­te­gie mög­lichst kon­se­quent einhalten.

Bör­sen­re­geln sind kei­ne Garan­tie für Gewin­ne und feh­ler­frei­es Han­deln. Sie hel­fen jedoch dabei, typi­sche Feh­ler zu ver­mei­den. Die meis­ten die­ser Feh­ler ent­ste­hen nicht durch feh­len­de Infor­ma­tio­nen, son­dern durch Unge­duld, Angst, Gier oder den Ver­such, den rich­ti­gen Ein­stiegs- und Aus­stiegs­zeit­punkt vorherzusagen.

Soll ich auch Gold oder Sil­ber kaufen?

Gold kann eine Ergän­zung zu Akti­en und ande­ren Wert­pa­pie­ren dar­stel­len. Finanz­ex­per­ten emp­feh­len für Pri­vat­an­le­ger meist einen Gold­an­teil von 5 bis 10 Pro­zent des Gesamt­ver­mö­gens. Es erwirt­schaf­tet jedoch weder Zin­sen noch Divi­den­den. Ein mög­li­cher Ertrag ent­steht aus­schließ­lich durch eine Ver­än­de­rung des Goldpreises. 

Gold eig­net sich daher weni­ger als zen­tra­le Anla­ge, son­dern eher als zusätz­li­che Absi­che­rung und Wert­erhalt für wid­ri­ge wirt­schaft­li­che und poli­ti­sche Zei­ten. Ein klei­ner Anteil am Gesamt­ver­mö­gen kann aus­rei­chend sein. Für den ers­ten Ein­stieg ist Gold jedoch nicht zwin­gend erfor­der­lich. Zunächst soll­te eine ein­fa­che und nach­voll­zieh­ba­re Basis­an­la­ge auf­ge­baut wer­den. Gold kann spä­ter ergänzt wer­den. Außer­dem ist der Gold­preis in letz­ter Zeit rasant gestie­gen und erscheint ziem­lich teu­er. Ich habe vor Jah­ren in einem Anla­ge­buch gele­sen, dass man Gold z.B. im Wert der benö­tig­ten Lebens­er­hal­tungs­kos­ten für ein Jahr kau­fen könn­te. Und mög­lichst klei­ne Ein­hei­ten, damit man in Kri­sen­zei­ten damit lebens­wich­ti­ge Din­ge kau­fen kann. Ich hal­te das für einen schlüs­si­gen Ansatz. 

Auch Sil­ber hat sich gut ent­wi­ckelt und man­che schwö­ren auf die­ses Invest­ment. Ich per­sön­lich habe damit kei­ne Erfahrung.

Ist der Bit­co­in eine Inves­ti­ti­on und wie kann man die­sen kaufen?

Bit­co­in kann als spe­ku­la­ti­ve Bei­mi­schung, nicht jedoch als Grund­la­ge der Geld­an­la­ge betrach­tet wer­den. Der Kurs schwankt stark, lau­fen­de Erträ­ge wie Zin­sen oder Divi­den­den gibt es nicht und ein erheb­li­cher Ver­lust ist jeder­zeit mög­lich. Die euro­päi­schen Finanz­markt­auf­sichts­be­hör­den wei­sen zudem auf begrenz­ten Anle­ger­schutz und das mög­li­che Risi­ko eines Total­ver­lus­tes hin.

Wer Bit­co­in kau­fen möch­te, soll­te daher zuerst eine soli­de Basis­an­la­ge auf­bau­en und nur einen klei­nen Betrag ein­set­zen, auf den lang­fris­tig ver­zich­tet wer­den kann. 

Mitt­ler­wei­le gibt es auch die Mög­lich­keit, ein­fach über die Bör­se in Bit­co­ins zu inves­tie­ren. Ein soge­nann­ter Bit­co­in-ETN (Exch­an­ge Traded Note) ist eine bör­sen­ge­han­del­te Schuld­ver­schrei­bung, die den Kurs von Bit­co­in abbil­det. Dabei ist Vor­sicht gebo­ten: Im Gegen­satz zum ETF besteht beim ETN ein Emit­ten­ten­ri­si­ko. Geht der Anbie­ter der Note insol­vent, droht im schlimms­ten Fall ein Total­ver­lust, da das Kapi­tal in die Kon­kurs­mas­se fal­len kann. Lei­der sind in der EU rei­ne Bit­co­in-ETFs auf­grund von Fonds-Richt­li­ni­en nicht zulässig.

Was habe ich lau­fend zu tun und was mache ich bei Rücksetzer?

Kau­fen Sie Akti­en, neh­men Sie Schlaf­ta­blet­ten und schau­en Sie die Papie­re nicht mehr an. Nach vie­len Jah­ren wer­den Sie sehen: Sie sind reich.

André Kos­to­la­ny

André Kos­to­la­ny brach­te die Bedeu­tung von Geduld bewusst über­spitzt auf den Punkt. Kurs­rück­gän­ge gehö­ren zur Bör­se. Selbst lang­fris­tig erfolg­rei­che Akti­en­märk­te kön­nen zwi­schen­zeit­lich erheb­lich an Wert verlieren.

Wer breit gestreut inves­tiert, aus­rei­chend Zeit zur Ver­fü­gung hat und das ange­leg­te Geld nicht kurz­fris­tig benö­tigt, muss bei einem Rück­gang nicht auto­ma­tisch ver­kau­fen. Ein bestehen­der Spar­plan kann grund­sätz­lich wei­ter­ge­führt wer­den. Bei nied­ri­ge­ren Kur­sen wer­den für den­sel­ben Betrag mehr Fonds­an­tei­le gekauft.

Grund­sätz­lich kann man sagen: Nach dem Kauf eines breit gestreu­ten ETFs oder der Ein­rich­tung eines Spar­plans bleibt der lau­fen­de Auf­wand gering. Sinn­voll sind insbesondere:

  • regel­mä­ßig wei­ter investieren,
  • Abrech­nun­gen und Kos­ten quar­tals­wei­se kontrollieren,
  • die Spar­ra­te bei Bedarf anpassen,
  • die Auf­tei­lung des Ver­mö­gens ein­mal jähr­lich überprüfen,
  • die Stra­te­gie bei grö­ße­ren per­sön­li­chen Ver­än­de­run­gen neu beurteilen.

Eine täg­li­che Beob­ach­tung der Bör­sen­kur­se ist nicht erfor­der­lich. Sie ver­lei­tet viel­mehr dazu, auf kurz­fris­ti­ge Mel­dun­gen und Kurs­schwan­kun­gen zu reagieren.

Wäre es nicht sinn­voll, zuerst eine eige­ne Immo­bi­lie zu besit­zen, bevor ich in Akti­en investieren?

Finan­zirr­tum 1: Eigen­heim auf Pump in der Pampa

Gerald Hör­han

Zu die­sem The­ma haben fast alle Finanz­ex­per­ten und Autoren eine eige­ne Mei­nung. Gerald Hör­han ist jeden­falls gegen ein Haus auf Schul­den in schlech­ter Lage und bewohnt laut sei­nen Aus­sa­gen zufol­ge selbst auch eine Miet­woh­nung. Er inves­tiert sein Geld lieber.

Der Bekann­te Bör­sen­ex­per­te, Spe­ku­lant und Autor André Kos­to­la­ny wie­der­um emp­fahl Fami­li­en grund­sätz­lich den Erwerb jener Immo­bi­lie, die sie lang­fris­tig selbst bewoh­nen möchten. 

Peter Lynch als einer der erfolg­reichs­ten Fond­ma­na­ger, gehört tat­säch­lich zu den kla­ren Befür­wor­tern des Eigen­heims. In sei­nem Buch One Up on Wall Street emp­fiehlt er, vor einer Inves­ti­ti­on in Akti­en zunächst den Kauf eines eige­nen Hau­ses zu erwägen. 

Mir per­sön­lich war ein Eigen­heim immer wich­tig. Ich woll­te zuerst das eige­ne Dach über dem Kopf haben, bevor ich Geld an der Bör­se inves­tie­re. Ich sehe das auch als mei­ne Pen­si­ons­vor­sor­ge oder als Sicher­heit, wenn mal schlech­te­re Zei­ten kom­men. Ein Eigen­heim kann eine gute Grund­la­ge sein, sofern Grö­ße, Lage und Finan­zie­rung zur per­sön­li­chen Lebens­si­tua­ti­on pas­sen. Und ja, da hat Herr Hör­han sicher recht: Es muss jedoch nicht gleich die gro­ße, knapp finan­zier­te Vil­la in abge­le­ge­ner Lage sein, die mich 30 Jah­re finan­zi­ell bin­det und sich schwer wie­der ver­kau­fen lässt.


Mein Anla­ge­kon­zept: Instru­men­te, Port­fo­lio und Strategie

Zum The­ma Port­fo­lio-Zusam­men­set­zung bzw. Port­fo­lio­stra­te­gie, gibt es zahl­rei­che Lite­ra­tur und Infor­ma­tio­nen im Inter­net. Man­che sind nach­voll­zieh­bar und ent­spre­chen der Exper­ten­mei­nung. Vie­le Finanz­web­sites ver­fol­gen ein Geschäfts­mo­dell – etwa durch Abon­ne­ments, Wer­bung, Affi­lia­te-Links oder den Ver­kauf eige­ner Pro­duk­te. Des­halb lohnt es sich, Emp­feh­lun­gen kri­tisch zu prü­fen und gezielt nach Platt­for­men zu suchen, die auch ohne Bezah­lung ver­läss­li­che Infor­ma­tio­nen, Ver­gleichs­mög­lich­kei­ten und prak­ti­sche Werk­zeu­ge anbie­ten. Gute kos­ten­lo­se Inhal­te sind vor­han­den, sie müs­sen jedoch oft erst aus der Viel­zahl kom­mer­zi­el­ler Ange­bo­te her­aus­ge­fil­tert wer­den. Oder man liest ein gutes Buch zu die­sem The­ma und fin­det sei­nen eige­nen Weg.

Pro­fes­sio­nel­le Ver­mö­gens­ver­wal­tun­gen wer­den meist an bekann­ten Ver­gleichs­in­di­zes gemes­sen, etwa am MSCI World oder an einer Kom­bi­na­ti­on aus Akti­en- und Staats­an­lei­hen-Indi­zes wie dem Bloom­berg Euro Tre­asu­ry Bond Index. Das zeigt: Ent­schei­dend ist nicht nur, ob ein Port­fo­lio Gewin­ne erzielt, son­dern ob es lang­fris­tig bes­ser abschnei­det als der Markt. Nicht umsonst gilt die Bör­sen­weis­heit: „Die wenigs­ten schla­gen den Markt.“

Eben­so ver­hält es sich bei Ban­ken­fonds sowie Invest­ment­fonds bekann­ter Bör­sen- und Finanz­ex­per­ten, Crash-Pro­phe­ten und Fin­flu­en­zer. Die­se Fonds wer­den pro­fes­sio­nell gema­nagt mit unter­schied­li­chen Zie­len: Sta­bi­li­tät vs. Per­for­mance. Als Mess­lat­te gilt auch hier meis­tens der Markt, den bekann­ter­wei­se die wenigs­ten schla­gen. Und natür­lich ist das pro­fes­sio­nel­le Manage­ment nicht kostenlos. 

Wer gut essen will, kauft Akti­en; wer gut schla­fen will, kauft Anleihen.

André Kos­to­la­ny

Mein eige­nes Konzept

Ich habe die für mich pas­sen­den Infor­ma­tio­nen aus einer Viel­zahl von Büchern und online Bei­trä­gen her­aus­ge­fil­tert und mein eige­nes Anla­ge- und Port­fo­lio­kon­zept erstellt, wel­ches sich in den ver­gan­ge­nen Jah­ren bewährt und dazu bei­getra­gen hat, auch tur­bu­len­te Bör­sen­pha­sen gelas­sen zu über­ste­hen. Bezug­neh­mend auf das Zitat von Herrn Kos­to­la­ny: Ich will gut essen und danach gut schla­fen. Mein Gesamt­kon­zept setzt sich aus fol­gen­den Haupt­be­stand­tei­len zusammen:

Hin­weis: Sämt­li­che Inhal­te auf die­ser Web­site und in die­sem Bei­trag sind kei­ne Anla­ge­be­ra­tung und kei­ne Emp­feh­lung zum Kauf bestimm­ter Wert­pa­pie­re. Der Betrei­ber die­ser Web­site über­nimmt kei­ne Ver­ant­wor­tung für finan­zi­el­le Ver­lus­te, die direkt oder indi­rekt aus der Nut­zung der bereit­ge­stell­ten Inhal­te ent­ste­hen. Beach­te bit­te auch den Haf­tungs­aus­schluss.

Finanz­in­stru­men­te

Um das Port­fo­lio für die gewünsch­te Risi­ko-Chan­cen-Per­for­mance zu gewich­ten, muss man vor­her die dafür pas­sen­den Finanz­in­stru­men­te aus­su­chen und zuordnen: 

  • Akti­en-ETF - für Wachs­tum im Depot (bzw. spe­ku­la­ti­ve Bei­mi­schung spe­zi­el­ler The­men-ETFs)
    Ein Exch­an­ge Traded Fund, ist ein bör­sen­ge­han­del­ter Fonds, der einen Akti­en­in­dex (wie z.B. den ATX, den DAX, den S&P 500 oder den MSCI World) pas­siv nach­bil­det. Dadurch redu­zie­ren sich die Manage­ment bzw. Ver­wal­tungs- und Kauf­kos­ten erheb­lich gegen­über aktiv gema­nag­ten Fonds. Statt ein­zel­ne Akti­en zu kau­fen, kannst du mit einem ein­zi­gen ETF in alle im Index ent­hal­te­nen Unter­neh­men inves­tie­ren. Das sorgt für eine brei­te Streu­ung und gerin­ge Kos­ten. Du Inves­tierst sozu­sa­gen in den gan­zen Markt. Es gibt eine Viel­zahl an Eigen­schaf­ten, die ein ETF haben kann. Infos dazu fin­dest du auf allen Finanz­por­ta­len, die ich dir unten auf­ge­lis­tet habe. Ich per­sön­lich ach­te auf fol­gen­de Eigen­schaf­ten (Prüf­kri­te­ri­en):
  • UCITS-Zer­ti­fi­zie­rung (Euro­päi­scher Anle­ger­schutz, ist im Fond­na­men enthalten)
  • Repli­ka­ti­on Phy­sisch (Die Akti­en wer­den im Index­ver­hält­nis tat­säch­lich gekauft)
  • Fond­wäh­rung EUR (schließt ein zusätz­li­ches Wäh­rungs­ri­si­ko aus)
  • Steu­er­sta­tus: Soll­te Mel­de­fond in Öster­reich bzw. in dei­nem Land sein (Steu­er wird auto­ma­tisch beim FA gemel­det und abge­führt über steu­er­ein­fa­ches Depot)
  • Gesamt­kos­ten­quo­te (TER) soll mög­lichst gering sein (wenn man meh­re­re ETFs zur Aus­wahl hat)
  • Fonds­do­mi­zil soll wenn mög­lich in Irland (IE) sein (kann bezüg­lich Quel­len­steu­er vor­teil­haf­ter sein)
  • Mög­lichst gro­ßer Fond für Wirt­schaft­lich­keit und Fortbestand
  • Aus­schüt­tend (ich will über mei­ne Erträ­ge selbst bestimmen)
  • Anlei­hen-EFT – für Sta­bi­li­tät im Depot
    Im Gegen­satz zum Akti­en-ETF bil­det ein Anlei­hen-ETF einen Anlei­hen­in­dex (wie z.B. den Bloom­berg Euro Govern­ment Bond Index) nach. Du Inves­tierst somit in eine Viel­zahl von fest­ver­zins­li­chen Wert­pa­pie­ren (Anlei­hen) von Staa­ten oder Unter­neh­men. Vor­teil gegen­über ein­zel­nen Staats- oder Fir­men­an­lei­hen ist, dass der stän­di­ge Nach­kauf durch die Fondge­sell­schaft erfolgt, da Anlei­hen ja bestimm­te Lauf­zei­ten haben. Hat man ein­zel­ne Anlei­hen gekauft, muss man die­se nach dem Ablauf­da­tum wie­der nach­kau­fen. Prüf­kri­te­ri­en wie beim Aktien-ETF.
  • Aktie – eher für Spe­ku­la­ti­on
    Mit einer Aktie betei­ligt man sich direkt an einem Unter­neh­men und pro­fi­tiert von mög­li­chen Kurs­stei­ge­run­gen und Divi­den­den. Es gibt kei­ne Risi­ko­streu­ung wie bei einem Akti­en-ETF, der sich im Wesent­li­chen mit dem Markt nach oben oder unten bewegt. Die Aktie kann mehr oder weni­ger schnell nach oben oder unten gehen. Du kannst aber auch viel Geld ver­lie­ren, wenn die Aktie ein­bricht oder sogar einen Total­ver­lust erlei­den, wenn das Unter­neh­men insol­vent wird.
  • Anlei­he – für Sta­bi­li­tät im Depot
    Mit einer Anlei­he leiht man einem Staat, einer Bank oder einem Unter­neh­men für eine bestimm­te Lauf­zeit Geld. Dafür wer­den meist Zin­sen (Kupon) bezahlt und der Nenn­wert wird am Ende zurück­ge­zahlt, sofern der Schuld­ner zah­lungs­fä­hig bleibt. Anlei­hen wer­den i.d.R. weni­ger Risi­ko­reich als Akti­en ein­ge­stuft, ins­be­son­de­re wenn man z.B. nur Staats­an­lei­hen mit Top-Rating kauft. Anlei­hen kön­nen aber genau­so wie ande­re Wert­pa­pie­re bis zum Rück­zah­lungs­ter­min schwan­ken und man muss ggf. den Rück­zah­lungs­ter­min abwar­ten, um kei­nen Ver­lust zu erleiden.
  • ETN - Bit­co­in, spe­ku­la­tiv
    Ein Bit­co­in-ETN ist ein bör­sen­ge­han­del­tes Schuld­pa­pier, das die Wert­ent­wick­lung von Bit­co­in mög­lichst genau nach­bil­det. Der Kauf erfolgt ein­fach über ein Wert­pa­pier­de­pot, ohne Bit­co­in selbst ver­wah­ren zu müs­sen. Im Unter­schied zu einem ETF han­delt es sich jedoch nicht um ein Fonds­ver­mö­gen, son­dern um eine For­de­rung gegen­über dem Emit­ten­ten. Neben den star­ken Kurs­schwan­kun­gen von Bit­co­in besteht daher auch ein Emit­ten­ten­ri­si­ko, selbst wenn das Pro­dukt mit Bit­co­in besi­chert ist.
  • Deri­va­te- Zer­ti­fi­ka­te und Hebel­pro­duk­te, hoch­spe­ku­la­tiv!
    Mitt­ler­wei­le bie­ten fast alle Ban­ken und Bro­ker auch Deri­va­te wie z.B. Tur­bos, Opti­ons­schei­ne und Mini-Futures an. Bei die­sen Pro­duk­ten muss man sich gut aus­ken­nen und genau wis­sen, was man tut. Bei den meis­ten Pro­duk­ten die­ser Kate­go­rie von Finanz­in­stru­men­ten ist ein Total­ver­lust sehr leicht mög­lich. Fin­ger weg!
  • Cash - Bar­geld­re­ser­ve im Refe­renz­kon­to
    Einen Teil Bar­geld soll­te man immer für Neu­kauf, Nach­kauf und Reba­lan­cing (Gewich­tung im Depot anpas­sen) bereit hal­ten. Will man Zin­sen dafür, muss man es vor­über­ge­hend umpar­ken. Opti­mal, wenn das Refe­renz­kon­to Gut­ha­ben-Zin­sen zahlt. Optio­nal wäre auch ein unge­bun­de­nes Spar­kon­to mög­lich. Es gibt auch die Mög­lich­keit, in Geld­markt­fonds zu inves­tie­ren, dabei soll­te man sich aber genau infor­mie­ren und aus­ken­nen, damit man nicht in eine Steu­er­fal­le tritt (dazu spä­ter noch mehr).
  • Gold (phy­sisch)
    Gold kann als zusätz­li­che Absi­che­rung und zur Streu­ung des Ver­mö­gens die­nen. Es erwirt­schaf­tet jedoch weder Zin­sen noch Divi­den­den und sein Preis kann erheb­lich schwan­ken. Wer Gold tat­säch­lich als unab­hän­gi­ge Reser­ve besit­zen möch­te, kann gän­gi­ge Mün­zen oder Bar­ren kau­fen. Dabei sind siche­re Auf­be­wah­rung sowie der Unter­schied zwi­schen An- und Ver­kaufs­preis zu berück­sich­ti­gen. Im Anla­ge­port­fo­lio fin­det Gold bei mir kei­ne Berück­sich­ti­gung. Gold betrach­te ich ent­kop­pelt vom Anla­ge­port­fo­lio, wie auch das The­ma Immo­bi­li­en. Sie­he dazu auch die Fra­ge­stel­lung im Kapi­tel davor.

Port­fo­lio

Mein Port­fo­lio­mo­dell für Auf­bau, Sta­bi­li­tät, Chan­cen und Liqui­di­tät:

Mein Portfoliokonzept

Wachs­tum (60–80 %)

Mein sta­bi­les Basis­in­vest­ment, das für den lang­fris­ti­gen Auf­bau den Löwen­an­teil über­nimmt. Je nach Markt­si­tua­ti­on kann man in die­sen Bereich zwi­schen 60% und 80% sei­ner Invest­ments hal­ten. Eine jähr­li­che Über­prü­fung und ggf. Anpas­sung an die Gewich­tung (Reba­lan­cing) wird aus­rei­chen. Bes­ten­falls kann man die Posi­tio­nen in die­sem Topf auch ein­fach jah­re­lang belassen.

  • Akti­en-ETFs (Märk­te, Län­der, Themen)

Sta­bi­li­sie­rung (5–15 %)

Anlei­hen bzw. Anlei­hen-ETFs kön­nen für eine Redu­zie­rung von Schwan­kun­gen durch den Akti­en­an­teil und somit für mehr Sta­bi­li­tät bzw. weni­ger Vola­ti­li­tät sor­gen. In nor­ma­len Bör­sen­zei­ten kann man davon aus­ge­hen, dass Anlei­hen in Zei­ten fal­len­der Akti­en­kur­se stei­gen und umge­kehrt. Als Euro­päi­scher Anle­ger inves­tiert man bes­ten­falls in euro­päi­sche Staats­an­lei­hen um kei­nem Wech­sel­kurs­ri­si­ko aus­ge­setzt zu sein.

  • Anlei­hen-ETFs
  • Anlei­hen

Spekulation(0–20 %)

Die­ser Inves­ti­ti­ons­topf ist optio­nal und soll­te ins­be­son­de­re zu Beginn ver­mie­den wer­den. Man kann die­sen auch auf Dau­er igno­rie­ren. Wenn man ein Unter­neh­men gut kennt und die­sem in wirt­schaft­li­cher Hin­sicht ver­traut, kann man eine ers­te klei­ne Posi­tio­nen auf­bau­en und kann somit die Chan­ce erhö­hen, den Markt zu schla­gen. Ich habe mitt­ler­wei­le bes­se­re Erfah­rung mit spe­zi­el­lem The­men ETFs gemacht. Die­se bil­den oft einen Index aus spe­ku­la­ti­ven Fir­men, Märk­ten oder Bran­che ab und man ist nicht dem Risi­ko eines ein­zel­nen Unter­neh­mens aus­ge­lie­fert. Ich habe z.B. einen Quan­ten­com­pu­ter-ETF gekauft und par­ti­zi­pie­re nun ganz gut am rasan­ten Wachs­tum die­ser Bran­che. Ich weiß aber nicht, ob ich die rich­ti­ge Ein­zel­ak­tie gefun­den hät­te, die schnel­ler als die­ser spe­zi­el­le Markt wächst. Auch Bit­co­ins oder Bit­co­in-ETNs sowie alle Arten von Deri­va­ten (Hebel­pro­duk­te) fal­len eben­so in die­se Rubrik.

  • Akti­en
  • ETNs (Bit­co­in)
  • Spe­ku­la­ti­ve The­men ETFs
  • Hebel­pro­duk­te (viel Erfah­rung und Wis­sen erforderlich)

Liqui­di­tät (5–15 %)

Wie bereits bei den Finanz­pro­duk­ten erläu­tert, soll­te man immer für Neu­kauf, Nach­kauf und Reba­lan­cing (Gewich­tung im Depot anpas­sen) Liqui­di­tät vor­hal­ten. Abge­se­hen davon, dass man viel­leicht sogar Gut­ha­ben­zin­sen am Refe­renz­kon­to erhält, gibt es auch die Mög­lich­keit, frei­es Kapi­tal auf Spar­gut­ha­ben zwi­schen zu parken.

Pro­fis emp­feh­len auch Geld­markt­fonds, die aber in steu­er­li­cher Hin­sicht genau zu hin­ter­fra­gen sind. Ich habe einen von Exper­ten emp­foh­le­nen Geld­markt­fond, der an den euro short-term rate (€STR) gekop­pelt war, zum Par­ken von Cash gekauft. Zin­sen waren etwas höher als am Spar­kon­to. Was ich nicht wuss­te, dass ein­mal im Jahr der Staat Öster­reich auf die Jah­res­zin­sen der ein­ge­leg­ten Sum­me die KESt. ver­rech­net. Ich hat­te den Fond aber erst 1/2 Jahr – Pech gehabt. Also genau erkun­di­gen, auch wenn es sich um grund­sätz­lich risi­ko­ar­me Fons handelt.

  • Gut­ha­ben auf Referenzkonto
  • unge­bun­de­nes Sparguthaben
  • Geld­markt­fond (ins­be­son­de­re für öster­rei­chi­sche Anle­ger Spe­zi­al­wis­sen erforderlich)

Stra­te­gie

War­um braucht man eine Stra­te­gie?
Bereits beim Auf­bau des Port­fo­li­os soll­te fest­ge­legt wer­den, wie inves­tiert und das Kapi­tal auf­ge­teilt wird. Danach kann sich das Ver­mö­gen weit­ge­hend ohne lau­fen­des Ein­grei­fen ent­wi­ckeln. Den­noch wird es Situa­tio­nen geben, in denen Ent­schei­dun­gen erfor­der­lich sind – etwa bei star­ken Kurs­rück­gän­gen, neu­en Anlag­e­ideen oder grö­ße­ren Ver­än­de­run­gen der per­sön­li­chen Situa­ti­on. Dafür braucht es kla­re Regeln, die bereits im Vor­hin­ein fest­ge­legt wer­den. Sie hel­fen, auch in stres­si­gen Bör­sen­pha­sen über­legt und kon­se­quent zu handeln.

  • Depot­auf­bau
    Wenn man in Zei­ten nied­ri­ger Akti­en­kur­se also in Bären­zei­ten ein­kauft hat man den Vor­teil, dass einem ers­te Bewe­gun­gen nach oben bereits Luft für den nächs­ten Rück­gang schaf­fen. Ich habe z.B. ein gan­zes Depot zu Coro­na auf­ge­baut und brau­che mitt­ler­wei­le auch grö­ße­re Bör­sen­ein­brü­che nicht mehr fürch­ten.
    Wenn man nun am Anfang steht und mit dem Inves­tie­ren begin­nen möch­te, sich der Markt aber viel­leicht sogar in einem All­zeit­hoch befin­det, wird man eher nicht das gan­ze Geld auf ein­mal inves­tie­ren (obwohl es auch Stu­di­en und Mei­nun­gen gibt, die das anders sehen). Ich habe das immer so gehand­habt, dass ich mit klei­nen Posi­tio­nen gestar­tet bin. Damit ist die Struk­tur vor­han­den. Beim nächs­ten Rück­set­zer sto­cke ich dann je nach gebo­te­ner Chan­ce mehr oder weni­ger stark auf.
  • Kri­sen­ma­nage­ment – alles cra­s­hed
    Ein Rück­set­zer gleich zu Beginn einer ange­hen­den Bör­sen­kar­rie­re tut weh – Ja, da geht es jedem gleich. Wenn man aber ver­steht und weiß, dass der Markt wie­der zurück kommt und man eine Stra­te­gie hat, wird man genau jetzt nach­kau­fen und davon pro­fi­tie­ren. Hat man nach einer gewis­sen Zeit sei­ne Posi­tio­nen erst ein­mal aus­rei­chend im Plus, sieht man den nächs­ten Rück­set­zer – wie alle Pro­fis – als Chance. 
  • Lau­fen­de Über­prü­fung der Spe­ku­la­ti­ven Pro­duk­te
    Wenn man Invest­ments wie Akti­en, spe­ku­la­ti­ve ETFs, ETNs usw. hält, wird man die­se öfters zu über­prü­fen haben. Es gibt auch vie­le Anle­ger, die sich mit Akti­en näher beschäf­ti­gen und kaum ETFs im Depot haben. Hat man eini­ge soge­nann­te “Blue-Chip” Akti­en (Akti­en von gro­ßen, eta­blier­ten und bör­sen­no­tier­ten Unter­neh­men) gekauft, wird sich die lau­fen­de Über­prü­fung auch in Gren­zen hal­ten. Ich hal­te z.B. schon län­ger die Öster­rei­chi­sche Post. Aktie schwankt wenig, dafür gibt es ein­mal im Jahr eine schö­ne Divi­den­de. Die­se Aktie könn­te man schon fast auch im Wachs­tums-Topf sehen. 
  • Jähr­li­che Anpas­sung der Gewich­tung im Depot
    Gewin­ne lau­fen las­sen und Rück­set­zer nach­kau­fen. Sofern mei­ne Invest­ment­idee noch aktu­ell ist und ich ent­spre­chend Chan­cen ins­be­son­de­re bei den zurück­ge­gan­ge­nen Posi­tio­nen sehe, opti­mie­re ich mein Port­fo­lio nach die­ser Strategie. 
  • Neue Posi­tio­nen auf­neh­men
    Wenn sich neue Chan­cen auf­tun, will ich dabei sein. Je nach Risi­ko­be­wer­tung im Wachs­tum- oder im Spekulationstopf.
  • Anpas­sung Spar­plan
    Wenn ich z.B. einen ETF-Spar­plan lau­fen haber, wer­de ich den ent­spre­chend mei­ne Spar­zie­le und finan­zi­el­ler Mög­lich­kei­ten zumin­dest jähr­lich über­prü­fen und ggf. anpassen.

Pra­xis­de­pot: So habe ich mei­ne Stra­te­gie umgesetzt

Ich habe die­se Stra­te­gie – eher unbe­wusst – erst­ma­lig im April 2020, nach­dem der Coro­na-Schock sei­ne Tal­soh­le wie­der durch­bro­chen hat­te, umge­setzt. Mit wur­de damals Geld aus der eige­nen Fami­lie anver­traut – leg das bit­te für uns an. 

Mei­ne dama­li­ge Über­le­gung war, das Risi­ko durch eine mög­lichst brei­te Streu­ung mit ETFs zu redu­zie­ren und gleich­zei­tig einen Teil des Port­fo­li­os mit Anlei­hen zu sta­bi­li­sie­ren. Den­noch soll­te die Anla­ge aus­rei­chend Wachs­tum ermög­li­chen und lang­fris­tig deut­lich mehr erwirt­schaf­ten, als ledig­lich die Infla­ti­on auszugleichen.

Ich kann­te das All­wet­ter-Port­fo­lio von Ray Dalio, das einen sinn­vol­len Grund­ge­dan­ken ver­folgt: Unter­schied­li­che Anla­ge­klas­sen sol­len das Depot in ver­schie­de­nen Wirt­schafts­pha­sen sta­bi­li­sie­ren. Die bekann­te Stan­dard­auf­tei­lung gilt heu­te jedoch teil­wei­se als über­holt, weil sie stark auf lang­fris­ti­ge Staats­an­lei­hen setzt. Zudem ist die genaue Umset­zung für euro­päi­sche Pri­vat­an­le­ger ver­gleichs­wei­se kom­plex. Für ein ein­fa­ches Depot erschien mir daher eine ange­pass­te Kom­bi­na­ti­on aus Akti­en-ETFs, euro­päi­schen Staats­an­lei­hen (auch als ETF), Liqui­di­tät und gege­be­nen­falls einen klei­nen spe­ku­la­ti­ven Teil, als prak­ti­ka­bler. Schnell wur­de eine pas­sen­de Auf­tei­lung gefunden:

  • Liqui­di­tät (Cash am Refe­renz­kon­to)
    Bar­geld­re­ser­ve war damals nicht nötig, es wur­de alles Inves­tiert. Für den spä­te­res Ein­kauf des Euro Govern­ment Bond – ETF wur­de der ATX-ETF reduziert.

Den ATX-ETF habe ich (lei­der) etwas zu früh redu­ziert, weil die­ser damals schon sehr lan­ge seit­wärts ver­lief und ich noch Anlei­hen brauch­te. Hät­te ich die­sen belas­sen und ein­fach nichts getan, wäre die Per­for­mance noch­mal um eini­ges bes­ser ver­lau­fen und ich hät­te den MSCI-World ver­mut­lich geschlagen. 

Der Kurs der Staats­an­lei­hen war wäh­rend der Coro­na-Kri­se sehr hoch, dar­um muss­te ich anfangs noch war­ten, um den sta­bi­li­sie­ren­den Depot­an­teil auf­zu­bau­en. Anfang Novem­ber 2024 ent­schloss ich mich, den Euro Govern­ment Bond – ETF als sta­bi­li­sie­ren­des Ele­ment im Depot zu kaufen.

Danach habe ich das Kon­to nicht mehr ange­rührt und mitt­ler­wei­le eine Ren­di­te von 115% (inkl. rea­li­sier­ter Gewin­ne aber ohne Divi­den­den) in etwas über 6 Jah­ren erzie­len kön­nen. Der Spe­ku­la­ti­ve Teil ist ein Ener­gie-EFT, der aktu­ell gut per­formt und den Rück­gang des DAX-ETFs gut kom­pen­siert. Im gesam­ten Anla­ge­zeit­raum habe ich zusätz­lich Divi­den­den­aus­schüt­tun­gen von ca. EUR 2.500,- erhal­ten. Natür­lich hät­te ich auch ein­fach den MSCI-World kau­fen kön­nen und sogar mehr Ren­di­te auf­grund der außer­ge­wöhn­li­chen Kurs­stei­ge­run­gen der “Magni­fi­cent 7”, erreicht. Aber auch mit viel mehr Risi­ko und grö­ße­ren Rücksetzern.

Ver­mö­gens­auf­stel­lung mei­nes Praxisdepots:

Mein Praxisdepot

Per­for­mance-Chart des gesam­ten Depots über die gesam­te Lauf­zeit April 2020 bis Juni 2026:

Alle Trades und der Kauf des Euro Gover­ment Bond – ETFs:

Mein Praxisdepot Trades

Die Abbil­dun­gen sind Screen­shots vom Pro­gramm Port­fo­lio Per­for­mance, des­sen wesent­li­cher Vor­teil dar­in besteht, dass meh­re­re Depots, Kon­ten und Anla­ge­klas­sen gemein­sam aus­ge­wer­tet wer­den kön­nen. Dadurch ent­steht ein Gesamt­über­blick über das gesam­te Ver­mö­gen, auch wenn die­ses auf ver­schie­de­ne Ban­ken oder Bro­ker ver­teilt ist. Die Daten blei­ben dabei lokal auf dem eige­nen Com­pu­ter. Zu beach­ten ist jedoch, dass Käu­fe, Ver­käu­fe und ande­re Buchun­gen zusätz­lich in Port­fo­lio Per­for­mance erfasst oder impor­tiert wer­den müs­sen. Die Trans­ak­tio­nen wer­den daher neben dem jewei­li­gen Bro­ker ein zwei­tes Mal dokumentiert.

Wei­te­re Wachstums-Finanzinstrumente

Der MSCI World umfasst gro­ße und mit­tel­gro­ße Unter­neh­men aus 23 Indus­trie­län­dern, wäh­rend der FTSE All-World zusätz­lich Schwel­len­län­der ein­be­zieht und damit brei­ter auf­ge­stellt ist. Bei­de Indi­zes gewich­ten Unter­neh­men nach ihrem Bör­sen­wert. Dadurch haben die größ­ten US-Tech­no­lo­gie­kon­zer­ne einen erheb­li­chen Ein­fluss: Die „Magni­fi­cent Seven“ mach­ten im MSCI World Ende Mai 2026 zusam­men rund 24,4 Pro­zent. Durch die der­zei­ti­ge Grö­ße der ame­ri­ka­ni­schen Akti­en­märk­te machen US-Unter­neh­men rund 75 Pro­zent des Index aus. Dies wird von Exper­ten immer wie­der kri­ti­siert und als Gefahr gesehen.

Wer die­se Kon­zen­tra­ti­on redu­zie­ren oder Regio­nen geziel­ter gewich­ten möch­te, kann die Welt­wirt­schaft auch aus meh­re­ren Bau­stei­nen zusam­men­set­zen, bei­spiels­wei­se mit ETFs auf:

  • MSCI Euro­pe für Europa,
  • MSCI USA oder S&P 500 für die USA (getrennt vom MSCI-World),
  • MSCI Paci­fic oder MSCI Japan für den asia­tisch-pazi­fi­schen Raum,
  • MSCI Emer­ging Mar­kets für Schwellenländer.

Der FTSE All-World deckt Indus­trie- und Schwel­len­län­der bereits mit rund 4.200 Unter­neh­men in einem ein­zi­gen Index ab. Bei einer Auf­tei­lung auf meh­re­re regio­na­le ETFs müs­sen die Gewich­tung und das spä­te­re Reba­lan­cing hin­ge­gen selbst fest­ge­legt werden.

The­men wie z.B. ein Burg­gra­ben-ETF (z.B. Van­Eck Mor­ning­star US ESG Wide Moat UCITS ETF USD A | IE00BQQP9H09) ergän­zen bei mir das Basis­in­vest­ment, erset­zen aber kei­nen breit gestreu­ten Welt-ETF. Die­ser inves­tiert in Unter­neh­men mit lang­fris­tig schwer angreif­ba­ren, dau­er­haf­ten Wett­be­werbs­vor­tei­len, etwa star­ken Mar­ken, Paten­ten, Netz­werk­ef­fek­ten, hohen Wech­sel­kos­ten oder beson­de­ren Kos­ten­vor­tei­len. Das Kon­zept ori­en­tiert sich am „Eco­no­mic Moat“-Gedanken von War­ren Buf­fett und Char­lie Mun­ger, die Berkshire-Hat­ha­way groß gemacht haben. Wer will, kann für die­ses The­ma auch die Berkshire-Hat­ha­way-Aktie beimischen.

Wei­te­re sta­bi­li­sie­ren­de Finanzinstrumente

Für den sta­bi­li­sie­ren­den Teil eines Port­fo­li­os sind aus mei­ner Sicht vor allem Euro-Staats­an­lei­hen-ETFs mit kur­zen bis mitt­le­ren Rest­lauf­zei­ten geeig­net. Sie reagie­ren deut­lich weni­ger stark auf Zins­än­de­run­gen als lang­fris­ti­ge Anlei­hen. Ich habe in jeden Depot:

  • einen Euro-Staats­an­lei­hen-ETFs mit 1 bis 3 Jah­ren Rest­lauf­zeit und
  • even­tu­ell ergänzt um einen ETF mit 3 bis 5 Jah­ren Restlaufzeit

Eine welt­wei­te Streu­ung ist eben­falls mög­lich. Für Euro-Anle­ger soll­te ein glo­ba­ler Staats­an­lei­hen-ETF jedoch mög­lichst gegen­über dem Euro wäh­rungs­ge­si­chert sein. Andern­falls kön­nen Wech­sel­kurs­schwan­kun­gen die sta­bi­li­sie­ren­de Wir­kung über­la­gern. Glo­ba­le Fonds ent­hal­ten häu­fig län­ge­re durch­schnitt­li­che Lauf­zei­ten und reagie­ren daher eben­falls stär­ker auf Zinsänderungen.

Wei­te­re spe­ku­la­ti­ve Finanzinstrumente

Als spe­ku­la­ti­ve Bei­mi­schun­gen habe ich zuletzt unter ande­rem in fol­gen­de The­men-ETFs gekauft: 

  • Quan­ten­tech­no­lo­gie
    Van­Eck Quan­tum Com­pu­ting UCITS ETF A | IE0007Y8Y157
  • KI / AI
    Xtra­ckers Arti­fi­ci­al Intel­li­gence & Big Data UCITS ETF 1C | IE00BGV5VN51 
  • Was­ser­stoff
    Van­Eck Hydro­gen Eco­no­my UCITS ETF USD A | IE00BMDH1538 
  • Intel­li­gen­te Strom­net­ze und Infra­struk­tur
    First Trust Nasdaq Clean Edge Smart Grid Infra­struc­tu­re UCITS ETF Acc | IE000J80JTL1
  • Was­ser­auf­be­rei­tung, Was­ser­ver­sor­gung
    Amun­di MSCI Water UCITS ETF Dist | FR0010527275

Der­zeit befin­den sich noch wei­te­re The­men auf mei­ner Watch­list, dar­un­ter Raum­fahrt, Robo­tik und Lon­ge­vi­ty. Unter Lon­ge­vi­ty ver­steht man Unter­neh­men, die vom medi­zi­ni­schen Fort­schritt, einer stei­gen­den Lebens­er­war­tung und den Bedürf­nis­sen einer altern­den Bevöl­ke­rung pro­fi­tie­ren. Auch die­se The­men wür­de ich nur als klei­ne­re spe­ku­la­ti­ve Bei­mi­schung einsetzen.


Fazit: Ein­fach inves­tie­ren und gut schlafen

Geld­an­la­ge muss nicht kom­pli­ziert sein. Im Gegen­teil: Je kom­pli­zier­ter es wird, des­to grö­ßer ist oft die Gefahr, den Über­blick zu verlieren.

Für mich funk­tio­niert heu­te ein ein­fa­cher Ansatz am besten:

Breit streu­en, Kos­ten nied­rig hal­ten, Spe­ku­la­ti­on begren­zen, Rück­set­zer nut­zen und lang­fris­tig den­ken. Damit wird man nicht über Nacht reich. Aber man ver­mei­det vie­le Feh­ler. Und genau das ist bei der Geld­an­la­ge schon sehr viel wert.

Der wich­tigs­te Punkt ist nicht, die per­fek­te Stra­te­gie zu fin­den. Die gibt es wahr­schein­lich nicht. Wich­tig ist eine Stra­te­gie, die man ver­steht, durch­hält und mit der man gut schla­fen kann.

Für mich steht nicht nur Ren­di­te im Vor­der­grund, son­dern vor allem finan­zi­el­le Sicher­heit und Lebensqualität.

FAQ (Häu­fi­ge gestell­te Fragen)

Reicht ein ein­zi­ger ETF für den Anfang?

Ein welt­weit inves­tie­ren­der ETF (z.B. MSCI World oder den FTSE All-World) kann für den Ein­stieg grund­sätz­lich aus­rei­chen. Er ent­hält bereits eine gro­ße Anzahl unter­schied­li­cher Unter­neh­men. Meh­re­re ETFs füh­ren nicht auto­ma­tisch zu einer bes­se­ren Streu­ung, da sich deren Inhal­te häu­fig über­schnei­den. Ein bei­gemisch­ter Staats­an­lei­hen-ETFs kann für Sta­bi­li­tät im Depot sor­gen und Ver­lus­te im Akti­en­teil ggf. teil­wei­se abfedern.

Soll ich mein Geld sofort inves­tie­ren oder auf einen Kurs­rück­gang warten?

Der idea­le Ein­stiegs­zeit­punkt lässt sich nicht zuver­läs­sig vor­her­sa­gen. Wer lang­fris­tig inves­tiert, soll­te nicht unbe­grenzt auf nied­ri­ge­re Kur­se war­ten. Bei grö­ße­ren Beträ­gen kann eine Auf­tei­lung auf meh­re­re Inves­ti­ti­ons­zeit­punk­te hel­fen, das per­sön­li­che Risi­koemp­fin­den zu reduzieren.

Ist ein aus­schüt­ten­der oder ein the­sau­ri­e­ren­der ETF besser?

Ein aus­schüt­ten­der ETF zahlt die Erträ­ge regel­mä­ßig aus. Ein the­sau­ri­e­ren­der ETF legt sie auto­ma­tisch wie­der an. Für den lang­fris­ti­gen Ver­mö­gens­auf­bau ist die the­sau­ri­e­ren­de Vari­an­te häu­fig ein­fa­cher. Wer lau­fen­de Ein­nah­men erhal­ten möch­te, kann einen aus­schüt­ten­den ETF wäh­len. Aber Ach­tung: bei the­sau­ri­e­ren­den Fonds fällt durch aus­schüt­tungs­glei­che Erträ­ge KESt an, die unmit­tel­bar das Ver­rech­nungs­kon­to belasten.

Was pas­siert, wenn mein ETF vor­über­ge­hend deut­lich an Wert verliert?

Der Wert eines Akti­en-ETF kann zwi­schen­zeit­lich stark sin­ken. Solan­ge das Geld nicht benö­tigt wird und die lang­fris­ti­ge Stra­te­gie unver­än­dert gilt, muss ein sol­cher Rück­gang nicht auto­ma­tisch zu einem Ver­kauf füh­ren. Ein Ver­lust wird erst durch den Ver­kauf tat­säch­lich rea­li­siert. Rück­set­zer sind i.d.R. eine Chan­ce zum Nach­kau­fen oder Neueinstieg.

Wie oft soll­te ich mein Depot kontrollieren?

Für eine lang­fris­ti­ge Anla­ge genügt in der Regel eine gele­gent­li­che Kon­trol­le. Eine umfas­sen­de­re Über­prü­fung ein­mal jähr­lich ist meist aus­rei­chend. Eine täg­li­che Beob­ach­tung der Kur­se ver­bes­sert das Anla­ge­er­geb­nis nicht und führt häu­fig zu unnö­ti­ger Nervosität.


Hin­ter­grund & Wissen

An die­ser Stel­le möch­te ich ein paar You­Tube-Kanä­le bzw. Web­sites vor­stel­len, mit denen ich gute Erfah­rung gemacht habe und mei­ner Mei­nung nach seriö­se Infor­ma­tio­nen bie­ten. Natür­lich geht heut­zu­ta­ge nichts mehr ohne Wer­bung, aber die kann man ja ent­spre­chend sei­ner eige­nen Bedürf­nis­se filtern.

🔗 Bör­se Wien
Home­page der Wie­ner Bör­se. Hier kann man sein Wis­sen ver­tie­fen. Es gibt eine eige­ne Rubrik “Wis­sen”. Infos und Kur­se zu allen Pro­duk­ten, ins­be­son­de­re auch ETFs.

🔗 Deut­sche Bör­se
Home­page der Bör­se Frank­furt. Hier gibt es eben­so eige­ne Rubrik “Wis­sen” mit Infos und Kurs­da­ten von Pro­duk­ten wie Akti­en, ETFs, ETNs, Anlei­hen, Fonds, Roh­stof­fe und Zertifikate. 

🔗 jus­tETF
Alles rund um das The­ma ETF und ETN, detail­lier­te Infor­ma­tio­nen zu fast allen am Markt erhält­li­chen ETFs, The­men-ETFs, Ver­gleichs­gra­fi­ken und Grund­la­gen. Mitt­ler­wei­le ist auch eine Öster­reich-Ver­si­on verfügbar.

🔗 bit­pan­da
Bit­pan­da ist eine in Öster­reich beson­ders bekann­te Platt­form für den Kauf und Ver­kauf von Bit­co­in. Für öster­rei­chi­sche Anle­ger ist vor allem die auto­ma­ti­sche Berech­nung und Abfuhr der Kapi­tal­ertrag­steu­er vor­teil­haft. Unter “Aca­de­my” fin­dest du vie­le Infos zum The­ma Inves­tie­ren und Bitcoin.

🔗 Mario Loch­ner
Mario Loch­ner zählt zu den bekann­tes­ten Finanz-Blog­ger im deutsch­spra­chi­gen Raum, ist Mit­be­grün­der des Mis­si­on-Money Kanals und betreibt seit eini­gen Jah­ren sei­nen eige­nen You­Tube Kanal. Es gibt dort regel­mä­ßi­ge Brie­fings und Inter­views mit Finanz­ex­per­ten wie Andre­as Beck, Gerd Kom­mer, Moj­mir Hlin­ka und vie­le weitere.

🔗 Bea­ting Beta
Hin­ter die­ser Web­site steckt eben­so Mario Loch­ner. Wenn man sich für Ein­zel­wer­te inter­es­siert, gibt es hier auch immer wie­der Gra­tis­down­loads (Reports) zu aktu­el­len Investmenttrends

Natür­lich gibt es noch unzäh­li­ge wei­te­re Web­sites und Kanä­le die man hier auf­zäh­len könn­te, aber für den Anfang soll­te es rei­chen. Wenn du dich mit die­sem The­ma beschäf­tigst, wirst du im Lau­fe der Zeit immer mehr Infor­ma­ti­ons­quel­len erschlie­ßen, die genau dei­ne Bedürf­nis­se decken. 


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